Ein passendes Bild entsteht aus drei Größen: verfügbare Fläche, mögliche Projektorposition und dein Sitzplatz. Die Diagonale allein beschreibt keine davon vollständig. Beginne deshalb mit dem Raum und rechne erst danach, welche Geräteklasse dazu passt. Alle Beispiele hier sind eigene geometrische Planungsrechnungen, keine Messungen an einem Testgerät.
Zuerst die sichtbare Fläche bestimmen
Miss die freie Breite zwischen Möbeln, Türen und anderen Hindernissen. Bestimme außerdem die mögliche Bildunterkante und die höchste angenehme Oberkante. Leinwandrahmen und Gehäuse sind noch nicht enthalten. Bei einer Motorleinwand musst du zusätzlich den Einbau und den Weg der ausgefahrenen Fläche berücksichtigen.
Für 16:9 gilt: Breite = Diagonale × 16 / √337, Höhe = Diagonale × 9 / √337. Eine Zollangabe wird vor der Rechnung mit 2,54 in Zentimeter umgewandelt. Das Ergebnis lässt sich sinnvoll auf ganze Zentimeter runden, weil die endgültige Leinwand ohnehin anhand ihrer Herstellermaße bestellt wird.
Die Tabelle lässt sich bei Bedarf seitlich scrollen.
| Diagonale 16:9 | Sichtbare Breite, gerundet | Sichtbare Höhe, gerundet |
|---|---|---|
| 80 Zoll | 177 cm | 100 cm |
| 100 Zoll | 221 cm | 125 cm |
| 110 Zoll | 244 cm | 137 cm |
| 120 Zoll | 266 cm | 149 cm |
| 150 Zoll | 332 cm | 187 cm |
Diese Maße sind keine Außenmaße einer fertigen Leinwand. Wer 266 Zentimeter freie Wandbreite hat, kann deshalb nicht automatisch jede 120-Zoll-Rahmenleinwand dort montieren.
Normalen Projektionsabstand berechnen
Das Projektionsverhältnis setzt Abstand und Bildbreite ins Verhältnis. Daraus folgt Abstand = Bildbreite × Projektionsverhältnis. Dieses Grundprinzip erläutert auch BenQ in seiner Installationshilfe. Der genaue Bezugspunkt und der nutzbare Bereich stehen in der jeweiligen Modellzeichnung.
Ein rein rechnerisches Beispiel: Bei 100 Zoll und einem Verhältnis von 1,2:1 ergibt sich aus 2,214 Metern Breite ein Abstand von etwa 2,66 Metern. Bei 1,5:1 sind es etwa 3,32 Meter. Ein optischer Zoombereich kann also mehrere Standorte für dieselbe Bildgröße erlauben. Der HORIZON 20 Max nennt beispielsweise 1,2–1,5:1; das ist eine Herstellerangabe, kein von uns vermessener Aufstellbereich. XGIMI-Spezifikation
Rechne umgekehrt, wenn das Regal feststeht: Teile den möglichen Abstand durch die gewünschte Bildbreite. Bei 3 Metern Abstand und 2,4 Metern Bildbreite brauchst du rechnerisch ein Verhältnis von 1,25:1. Prüfe anschließend Höhe, optische Verschiebung und Gehäusetiefe; die horizontale Rechnung allein garantiert keinen passenden Standort.
Gehäuse und Kabel nicht vergessen
Miss vom angegebenen optischen Bezugspunkt, nicht pauschal von der Rückwand des Regals. Hinter dem Gerät können Stecker, Kabelbogen und Lüftungsraum erforderlich sein. Bei Deckenmontage ist außerdem die Position der Halterung nicht zwangsläufig die Objektivposition.
Markiere den errechneten Standort mit einem Karton und führe den geplanten Kabelweg mit einer Schnur nach. So erkennst du, ob eine Tür, ein Laufweg oder ein Möbelstück dazwischenliegt. Verlege ein langes HDMI-Kabel erst dauerhaft, nachdem du die Kombination am tatsächlichen Endpunkt geprüft hast.
UST mit einer anderen Maßlogik planen
Bei Ultrakurzdistanz sind die zusätzliche Gehäuseposition und die Bildhöhe besonders wichtig. Eine kurze optische Distanz lässt sich nicht direkt als Abstand zwischen Möbel und Wand lesen. Verwende die Zeichnung für genau die gewünschte Diagonale und identifiziere jeden Bezugspunkt.
Das UST-Lowboard-Maßblatt behandelt diese Werte separat. Übertrage keine Zahlen von einem ähnlich aussehenden Modell. Selbst ein übereinstimmendes Projektionsverhältnis beantwortet nicht, wo das Gehäuse endet oder auf welcher Höhe das Bild beginnt.
Den Sitzabstand praktisch prüfen
Es gibt keinen universell idealen Sitzabstand für jedes Spiel und jede Person. Klebe zunächst die kleinere plausible Größe an der Wand ab und prüfe dann eine größere. Beurteile die Ecken, den Weg zur Minikarte und die geplante Höhe der Untertitel. Bei mehreren Personen gehört jeder Sitzplatz zur Probe.
Eine nützliche geometrische Ergänzung ist der horizontale Blickwinkel: 2×arctan(Bildbreite/(2×Sitzabstand)). Ein 100-Zoll-Bild mit 2,214 Metern Breite belegt aus 3 Metern Entfernung rechnerisch rund 40,5 Grad. Das ist eine Beschreibung der Geometrie, keine Komfortempfehlung. Für ein Renncockpit behandelt die Simracing-Planung diesen Punkt genauer.
Halte am Ende sichtbare Bildgröße, Außenmaße, optischen Abstand, Standhöhe, Sitzposition und Kabelweg zusammen fest. Erst dann wählst du die Leinwand und den PS5-Beamer. Weitere Werkzeuge und Erklärungen bündelt Beamer und Leinwand.